Solarstrom aus Afrika

On Juni 22, 2009 / By admin / In Lohas-News, Technik / Reply

Geht es nach dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, so könnte Europa schon bald Teile seines Energiebedarfs aus der Sonne Afrikas decken. Dass diese Idee nicht auf reinem Wunschdenken basiert, sondern sich auch tatsächlich umsetzen lässt, haben die Wissenschaftler des Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt vor einigen Jahren bewiesen.

Jetzt – im Jahr 2009 – scheint auch die Industrie das Potenzial der Sonne ernst zu nehmen. Neben dem Versicherungskonzern Münchner Rück und dem Technologiekonzern Siemens sind auch die deutschen Energieriesen E.on und RWE bereit, sich an einem Konsortium zu beteiligen, welches zum ersten Mal am 13. Juli zusammenkommen soll und nur ein Ziel verfolgt – die afrikanische Sahara in den Dienst der Energieerzeugung zu stellen.

Zu diesem Zweck sollen in der Wüste Solarkraftwerke platziert werden, welche 15 Prozent des europäischen Energiebedarfs decken sollen. Kosten soll das Ganze am Ende 400 Milliarden Euro. Davon würden nach Angaben des DLR allein auf das Leitungsnetz rund 50 Milliarden Euro entfallen. Während Green-Tech-Spezialisten und Vertreter aus Politik und Wirtschaft die geplante Initiative begrüßen, weckt der Plan, die Sahara mit unzähligen Solarkollektoren „zu tapezieren“, auch Bedenken.

Mahnende Stimmen kommen sogar auf dem Kreis der Teilnehmer an dem Desertec-Konsortium. Was die Machbarkeit des Projekts betrifft, wolle man keine Euphorie wecken, nicht umsonst hat das DLR als Jahreszahl für den zeitlichen Rahmen 2050 ins Spiel gebracht. Was trotz technischen Fortschritts und wissenschaftlichem Ehrgeiz von diesem „modernen“ Turm zu Babel am Ende übrig bleibt – wir werden sehen.

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