Biokohle – Geniestreich oder Wahnsinn
Terra Preta, die schwarze Erde Amazoniens ist ein kleines Naturwunder, schließlich bringt sie fast alles zum Gedeihen. Allerdings hat der Mensch hier ein wenig nachgeholfen und Holzkohle untergepflügt. Das Ergebnis ist ein fruchtbarer Boden, der viele Feldfrüchte wachsen lässt, die sogar erstaunliche Erträge hervorbringen. Genau dieses Prinzip wollen sich findige Wissenschaftler jetzt zunutze machen. Aus Abfällen lässt sich schließlich „Biokohle“ herstellen.
Und damit könnte man eigene Terra Preta züchten. So ganz nebenbei ließe sich sogar noch die Welt retten. Denn statt Mikroben zum Opfer zu fallen, die beim Zersetzen der Bioabfälle Kohlendioxid produzieren, könnte man in der Biokohle das Klimagas binden. Und damit den Klimawandel bremsen. Am Ende würde dank der Gase beim Inkohlungsprozess sogar noch Treibstoff für Motoren abfallen. Ist die Biokohle also ein Geniestreich , gar der Stein der Weisen des 21. Jahrhunderts?
Nein! Denn bisher ist deren Herstellung im industriellen Maßstab noch reine Zukunftsmusik. Und auch wenn das Verfahren im wissenschaftlichen Maßstab funktioniert – ohne die Nachteile der Bergius´schen Inkohlung – viele Fragen bleiben offen. Wie etwa wirkt sich Biokohle in unseren Breiten aus? Und lässt sich in der Praxis wirklich soviel CO2 binden, wie theoretisch möglich. Wer nach Antworten sucht, findet hier eine Lösung.